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Es ist absehbar in Deutschland, dass in den kommenden Jahren der Bedarf an Pflegeleistungen stark ansteigt. Denn das Volk der Deutschen wird, dank der guten Lebensbedingungen im Land, immer älter. Alt sein bedeutet jedoch bei den meisten Menschen, krank und gebrechlich zu sein.

Irgendwann müssen sie dem Alter Tribut zollen und fremde Leistungen bei der Bewältigung ihres Alltages in Anspruch nehmen. Zunächst einmal wird die Familie das, so möglich, auffangen. Die Familie ist jedoch stark mit dem Alltagsleben, dem Beruf, den eigenen Kindern ausgelastet.

Für die Alten bleibt meist wenig Zeit, vor allem Kraft. Diese Lücke füllen die professionellen Pflegedienstleister aus. Sie müssen jedoch bezahlt werden. Bezahlt werden von der Allgemeinheit. Denn sie sind teurer, als ein alter Mensch es sich normalerweise leisten kann.

Die gesetzliche Pflegeversicherung springt ein

Aber nur in sehr begrenztem Rahmen. Mit den von dieser Versicherung bereitgestellten Mitteln ist eine humane Pflege normalerweise nicht möglich. Selbstverständlich muss der ältere Mensch dafür sein Einkommen (Rente) und die Ersparnisse aufbrauchen. Aber auch das wird nicht reichen. Eine zusätzliche Pflegeversicherung auf privater Basis muss her. Seit langen Jahren diskutiert, setzte der damalige Gesundheitsminister Bahr eine private Pflegeversicherung mit staatlicher Unterstützung durch.

Der nach ihm benannte Pflege Bahr nimmt eine Zwitterstellung zwischen rein privater Pflegevorsorge und staatlicher Unterstützung ein. Der Vorteil vom Pflege Bahr ist, dass der Staat monatlich zu jedem abgeschlossenen Vertrag 5 € dazu zahlt. Diese 5 € sind natürlich bei den Versicherungsunternehmen, die den Pflege Bahr anbieten, bereits eingepreist, sodass für die Versicherten keine Einsparung entsteht. Bereits ab einer Eigenleistung des Versicherten von 10 € im Monat zahlt der Staat die 5 €.

Anbieter von Pflege Bahr Versicherungen

Allerdings gibt es bis jetzt nur wenige Anbieter auf dem Markt, die auf diesen Zug aufgesprungen sind und den Pflege Bahr überhaupt anbieten. Das liegt daran, dass der Abschluss des Pflege Bahr ohne jegliche Gesundheitsprüfung möglich ist. D. h., dass die Unternehmen die Katze im Sack kaufen müssen, wenn sie einen Versicherten aufnehmen. Sie wissen also nicht, welche Vorerkrankungen vorhanden sind und welche Leistungen möglicherweise daraus für das Versicherungsunternehmen resultieren. Unter anderem deshalb ist für die Erbringung der Leistung eine fünfjährige Wartezeit vorgesehen.